Erwachen der Frau

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Ritual Geburtsvorgang abschließen


Während der Geburt erlebt der Körper eine bemerkenswerte Öffnung, nicht nur physisch, sondern auch emotional. Sobald das Baby geboren ist, muss der Körper sowohl physisch als auch energetisch geschlossen werden, um sich geerdet zu fühlen und damit der Heilungsprozess beginnen kann.

In letzter Zeit ist das Wickeln nach der Geburt eine beliebte Option für die Genesung moderner Frauen geworden.
In den russischen und mexikanischen Traditionen, sowie in anderen Kulturen war es üblich, einer Frau zu helfen, sich nach der Geburt zu erholen. Dies ermöglichte ihr, schnell in den Zustand von Mutter und Frau zu kommen: sich um das Kind und um andere Familienmitglieder zu kümmern, Hausarbeiten zu erledigen und Freude im Leben zu haben

Drei wichtige Punkte des Wickel- und Verschlussverfahrens:
Körperlich -          Erholung des Körpers nach der Schwangerschaft und Geburt.
Psychologisch -   Pflege einer Frau und Verhinderung einer Wochenbett Depression.
Spirituell -            die Geburt einer Frau als Mutter.

Wann müssen Sie "die Geburt abschließen"?
Die günstigste Zeit ist in den ersten 40 Tagen nach der Geburt, wenn der Körper noch weich und geschmeidig ist und gerne auf Exposition und Pflege reagiert.
Dabei geht es nicht nur um den Körper, sondern auch um den Initiationsritus, die Geburt einer Frau als Mutter. Es dauert ca. 5 Stunden. Das Baby kann natürlich - zusammen mit einem Begleiter - mitgenommen werden. 

Das Ritual Schließung der Geburt beinhaltet
Es ist großartig, wenn es möglich ist, alle Eingriffe in der Schwitzhütte (Russische Banja ) durchzuführen, aber meistens ist es nicht verfügbar, so dass diese Phase zu Hause im Bad durchgeführt wird.
• Erwärmung im Dampfbad oder Kräuterbad
• Kräutertee
• Vertraute Gespräche, über alles, was bewegt und Sorgen macht
• Warmölmassage mit Ätherischen Ölen nach Bad und Tee
• Arbeiten mit dem Becken und Kreuzbein
• viszerale Massage (sanfte Arbeit mit dem Bauchraum, Beckenorganen)
• Kräuterbad, Kräuterwickel
• Wickeln, Rebozo-Massage
• Bauchbinden
• wickeln und schlafen

Was passiert mit der  Frau nach dem Wickeln und der Verschließung?
Die Gefühle, Emotionen und Erfahrungen in dem Ritual sind bei jeder Frau unterschiedlich, sowie die Wünsche und Erwartungen an die Zeremonie. 
Neben der Entspannung und Wiederherstellung der Kraft der Frau nach der Geburt beinhaltet die Schließung  folgende Aufgaben :
• Rückkehr der Gebärmutter an ihren Platz
• Platzieren der Beckenknochen
• Verbesserte Peristaltik
• Reinigung des Körpers von Giftstoffen
• Vorbeugung von Laktostase
• Prävention von Wochenbett Depressionen
Initiation - die Geburt einer Frau als Mutter, helfen, Selbstvertrauen zu gewinnen


Die Session (Begleitung) dauert ca. 5-6 Stunden. Es ist ratsam für die Frau, nach dem Ritual, die Möglichkeit zu haben, mindestens 4 Stunden zu liegen.Vor der Behandlung ist es wichtig, den Darm zu reinigen.
Die Hauptbedingung der gesamten Behandlung ist eine entspannte Atmosphäre. Hierfür werden Hitze und Dunkelheit, Stille und Massage genutzt, und alles, was eine Frau  zur Entspannung bringt.
Das Aufwärmen erfolgt von zwei Seiten - von innen und außen.
Innere Erwärmung erfolgt durch heiße Getränke – spezielle Tees mit Gewürzen, Tinkturen, Kräutern und Beeren .
Aüßerliche Erwärmung  -  durch das Bad mit Kräutern, wodurch die Frau aktiv schwitzen kann. Die Wärme muss weich, lang und tief sein.
Während der Erwärmung von außen ist die Massage wichtig , die zur Korrektur der Gebärmutter und der inneren Organen beiträgt. Die Massage wird  den Blutfluss im gesamten Körper wiederherstellen und die Entgiftung anregen.
Danach wird die Frau heiße Getränke trinken und in die kuscheligen Tücher gewickelt um weiter zu schwitzen und relaxen.

Im Bad(Banja): Die Frau wärmt sich, bekommt Spezialmassage mit heißen Kräutern, trinkt Kräutertee mit 12 Kräutern, erzählt die Geschichte über die Geburt.

Danach wird die Abschlussmassage - Rebozo Closing-Massage – gemacht, die aus einer  bedeutungsvollen mexikanischen Tradition stammt.

Die Frau wird mit den querliegenden Rebozo Tüchern an den 7 Schlüsselbereichen  des Körpers mit speziellen Techniken umwickelt.  

Das Ganze gibt der Frau den Raum, den sie braucht, um ihre eigene Heilung zu aktivieren, ihrem Körper für die harte Arbeit während der Schwangerschaft und der Geburt zu danken, ihre Geburt zu verarbeiten und sich wieder mit ihrem Körper zu verbinden.

Mit dieser sanften und beruhigende Massage wird die wunderschöne Reise  abgeschlossen. 

*Die beste Zeit für das Ritual – 40 Tage nach der Geburt,  

*bei Kaiserschnitt gibt es 2 Stufen -40 Tagen nach der Geburt und nach einem Jahr

*Die Frau kann auch später , selbst 5 oder sogar 20-30 Jahren nach der Geburt, das Ritual machen

*Auch Übergangsphasen im Leben, Neubeginn, Trennung, Verlust von vertrautem Menschen kann man mit solch einem Ritual abschliessen und sich für neue Wege öffnen.

Erfahrungsbericht - Frauenritual in Schöllnach

Ich habe überhaupt keine Ahnung was mich erwartet…stimmt das wirklich ? Etwas in mir ist aufgeregt, in Vorfreude auf das Ungewisse. Ich reise nach Schöllnach und komme in dem Garten an, ich liebe diesen Garten ! Es ist ungewöhnlich warm für Herbst, ich fühle mich dämmrig, wie in einem Zwischenzustand. Wir sitzen  im Seminarraum, Elvira räuchert und die Düfte tragen mich weiter in mich hinein. Worum wird es heute gehen ? Ich weiß es nicht, aber ich spüre die Bereitschaft der drei Frauen um mich herum und ich spüre alte Frauenweisheit, die schon immer auf der Welt gelebt wurde, selbstverständlich und natürlich …nur ich kenne sie nicht aus meiner Familie. Ich sehne mich nach meinen Grossmüttern und lade sie mit zu dieser Reise ein. Ich spüre ihre Kraft in mir. Elvira rührt in einer grossen Schüssel, erzählt von Kräutern und der Raum duftet …ich fühle mich getragen. Dieses rühren in der Schüssel und erzählen im Kreis, etwas in mir erinnert sich, es fühlt sich so vertraut an ! Und doch kenne ich es so nicht. Gemeinsam trinken wir Tee, frisch zubereiteten Kräutertee mit Kräutern aus diesem Zaubergarten. Die drei wachen Frauen schauen mich an und fragen mich, was in meinem Leben ich abschliessen möchte …die viele Aufmerksamkeit verwirrt mich, was muß ich tun ? Tue ich das Richtige ? Glaubenssätze begegnen mir, ich fange an zu erzählen und finde mich im Erzählen…meine Grossmütter tauchen auf, meine vier Schwangerschaften, meine drei Geburten, mein Mann, meine Blutung, und dann ich. Ja, mein auf die Welt kommen möchte ich abschliessen, mich möchte ich auf die Welt bringen. Weiß ich denn etwas über meine Geburt ? Während ich erzähle spüre ich immer mehr, Gefühle meiner Mutter und meines Vaters, meine Grosseltern, die schwesterliche Freundin meiner Mutter als grosse Kraft an ihrer Seite, ich spüre mich, erst in Freude und Leichtigkeit, dann mit Enge, Kälte, Schmerz, Einsamkeit, etwas in mir mag nicht in diese Welt, ich fühle einen Verlust…ich spüre meinen Zwilling, der dort in dieser Anderswelt geblieben ist. Dort mag ich auch bleiben….Die drei Frauen hören mir zu, sind einfach da. Ich erzähle und spüre meinen Körper, er sitzt im Kreis mit dieser wundervollen Frauenenergie und läßt alle Gefühle kommen, ohne Angst .Etwas trägt mich, wie in einem Fluss. Wir gehen gemeinsam ins Banjo, alle Vier, nackt, unverhüllt,einfach da, miteinander. Ich werde still, meine Worte hallen in mir nach. Ich atme die Kräuterluft ein und gebe mich der Wärme hin, ich höre summen, die Frauen um mich summen, dann singen sie. Ich fühle mich geborgen und friedlich, es gibt nichts zu tun. Ich ruhe und sinke tiefer in mich hinein… die Wärme umhüllt mich, der Duft tränkt mich, die Frauen sind um mich, hier kann alles kommen. Verschiedenste Gefühle begegnen mir, tiefer Frieden, helles Licht, Schmerz, Enge, fliessen lassen, vibrieren, ich lasse mich durch diese Welten tragen und nehme an was mir begegnet, ich fühle mich sicher im Kreis der Frauen und in der Kräuterduftwärme. Die Frauen begleiten mich aus dem Banjo, ich werde gewaschen und in Laken gehüllt, wir trinken Tee und es formen sich Worte in mir, die beschreiben was ich erlebe. Wie Wehen wechseln unsere Gänge ins Banjo mit Tee trinken ab und ich gebe mich ihnen hin, ich fühle mich wie in Trance und gleichzeitig sehr präsent, nah an mir. Immer wieder reicht sich mir eine Hand und führt mich, immer in Begleitung erlebe ich mich, lasse mich zu. Ich werde mit Salz eingerieben und höre die Frauen neben mir atmen, dann wieder singen, ich komme an einen tiefen Schmerz und kann ihn ohne Angst kommen lassen, ähnlich wie unter der Geburt meine ich es zerreisst mich und doch weiß ich um die Kraft die ich genau dort finde, ich vertraue. Nach dieser Erschütterung werde ich wieder gewaschen, gehalten, massiert, geerdet, an diesem Punkt mag ich nicht zurück ins Leben. Ich mag hier bleiben, ich mag nicht geboren werden. Ich höre mich sagen : „Ich will nicht !“, ich will hier bleiben, bei meinem Zwilling, in dieser Anderswelt. Elviras Augen schauen mich klar und entschieden an : „Du musst“, ja. Langsam schreite ich an ihrer Seite ins Leben, spüre meine Füsse im Gras, spüre meinen Atem. Ich schreite über meine Worte hinweg und lande in meinem Körper. Der möchte hier sein, ganz selbstverständlich und ruhig. Wir gehen wieder ins Banjo, ich lasse meine Gefühle des Nicht auf die Welt wollens kommen und spüre mich, die Frauen sind mit mir in dieser Wärme, ich bin nicht allein ! Auch durch diese Wehe lasse ich mich tragen …gebettet in dem Gefühl, dass viele Frauen vor mir und viele Frauen nach mir dies genau so erfahren haben und erfahren werden. Ich spüre unser Netz der weiblichen Kraft und bin in diesem Moment ein Teil davon. Offenporig und zittrig, wie nach einer Geburt, werde ich aus dem Banjo ins Leben geführt, ich bin da. Wackelig, aber ganz. Ich werde wieder gewaschen, und dann werde ich gewickelt, in viele Tücher, gehalten vom Netz der Frauen, verwoben im Ganzen, wie in einem Kokon darf ich reifen …und dann werde ich Willkommen geheissen, im Kreis der Frauen schaue ich neu in die Welt. Ich bin einfach da.
Tief genährt komme ich nach diesem Ritual heim und schaue mit viel Ruhe auf mein Leben, auf meine Familie mit all ihrern Geschenken und Herausforderungen. Das Netz der Frauen trägt mich weiter und ich lehne mich in mir zurück…und atme aus.