Erwachen der Frau

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Erfahrungsbericht - Frauenritual in Schöllnach

Ein Tag der Initiation

Schon seit einigen Jahren rührt sich und wächst der Wunsch in mir Mutter zu werden. Die Sehnsucht danach wird stärker und gleichzeitig meldet sich eine subtile Stimme, die Zweifel hegt, ob ich das kann „Mutter sein“. Ich lande in einem Zustand von „naja, wenn es geschehen soll, wird es geschehen und wenn nicht dann nicht“, aber bemerke dabei nicht, wie ich diesen Wunsch immer hinten anstelle und stattdessen Energie in viele andere Dinge, die mir auch so wichtig erscheinen, investiere.  

Ein Gespräch mit Elvira, der Impuls „es bedarf einer klaren Entscheidung“ weckt mich auf aus diesem Zustand, erinnert mich wieder daran, dass ich einen großen Einfluss darauf habe wie mein Leben verläuft. Auf ihren Vorschlag hin hierfür ein Ritual zu machen, spüre ich sofort ein großes JA in mir. Und ich denke mir dabei, vielleicht hat diese Seele, die da schon irgendwo wartet sich an Elvira gewandt, damit ihr der Weg in dieses Leben geebnet wird.

Nur wenige Tage später ist es schon so weit. Es ist ein herrlicher Frühlingstag. Beim Ankommen in Schöllnach heißt mich die Sonne mit warmen Strahlen willkommen und ich fühle mich leicht und unbeschwert. Drei Stunden lang bereiten wir das Ritual vor. Der Pavillon wird geschmückt, Blumen gesammelt, Gaben für die Erde und die Ahnen hergerichtet, frischer Kräutertee gekocht, die Banja eingeheizt... Schon die Vorbereitung ist unglaublich schön. Wir singen immer wieder vor uns hin und es fühlt sich an wie die Vorbereitung eines großen Festes. Dann ist es soweit. Die beiden Frauen führen mich in den Pavillon. So viel Schönheit. Fast wie bei einer Hochzeit. Ich genieße es auf den Fellen in diesem Pavillon zu sitzen, der sich so weiblich anfühlt und Schutz und Geborgenheit schenkt. Draußen plätschert leise der Bach, der daran vorbei fließt.  

Elvira befragt mich nach meiner Entscheidung und es ist klar, ja ich bin bereit Mutter zu sein. Ich bin bereit in diesen neuen Abschnitt meines Lebens als Frau einzutreten. Dann begeben wir uns zur ersten Runde in die Banja. Und während ich dort liege, dem Gesang der Frauen lauschend während die Pflanzenwesen der Reisige meinen Körper umspielen, lässt etwas in mir los. Und ich spüre wie wenig Räume es in meinem Leben gibt, wo ich mich einfach fallen lassen kann, in dem Wissen, das ich umsorgt werde, gehalten werde ohne mich um irgendetwas kümmern zu müssen. Wie herrlich. Ich spüre die weibliche Kraft, den Segen und die Freude, die darin liegen, sich einfach hinzugeben, loszulassen. Ich fühle mich so getragen von diesem weiblichen Feld. Es ist als ob dieses Ritual schon Hunderttausende Male praktiziert wurde, von Generation zu Generation weitergegeben, die älteren Frauen die jüngeren initiierend. Was für ein Geschenk, das ich das erleben darf. Ich spüre wie elementar wichtig diese Erfahrung für mein Leben ist.

Die kommenden Stunden lasse ich mich einfach führen, von der Banja in den Pavillon und zurück. Was für ein unbeschreiblicher Genuss nackt auf der Liege zu liegen und 4-händig mit einer Butter-Honig-Mischung massiert zu werden. Beim letzten Banja-Durchgang erlebe ich meine eigene Geburt. Eingepackt in Erde, Kräuter und Laken liege ich in der heißen Banja. Es ist eng. Ich fühle wie mir diese Gebärmutter zu eng wird und der Ruf in mir lauter wird, ich will jetzt hier raus, ich will ins Leben, ich will atmen, ich will auf eigenen Beinen gehen, ich will in diese Welt.

So ist es also, wenn ein Baby von sich aus den Impuls und Willen hat diesen geschützten Ort zu verlassen und auf die Welt zu kommen. Dann ist es endlich so weit, ich werde gewaschen wie ein Neugeborenes, mit Wasser übergossen und dann darf ich an die frische Luft, das Gras unter meinen Füßen spüren. Ich bin erschöpft und zutiefst dankbar. Wie schön ist es am Leben zu sein.  Danke Elvira, dass du diese alten Rituale weiterführst. Es ist ein Zauber und eine Kraft in ihnen, die der Verstand nicht greifen kann. Du verkörperst sie mit so einer Natürlichkeit, als hättest du dein Leben lang nichts anderes gemacht und ich wünsche mir sehr, dass sie wieder zu einem „normalen“ Bestandteil unseres Lebensweges als Frau werden.